Juniorinnen bei Pfingstturnier in Spanien
Im Sommer steht für sechs Spielerinnen der Sprung von den Juniorinnen zu den Frauen an. Um nach zwei Jahren, in denen der Mädchenfußball gemeinsam aufgebaut wurde, auch einen gebührenden Abschluss zu haben, meldeten wir uns beim internationalen Fußballturnier in Calella (bei Barcelona) an. Zur Finanzierung starteten die Juniorinnen Aktionen, um die Kosten für ihre Eltern zu senken. So konnten am Ende 16 Spielerinnen mit auf die einwöchige Reise. Los ging es am Pfingstsonntag um 20 Uhr mit dem Bus in Bad Herrenalb. Am Montag um 13 Uhr bezogen wir die Dreibettzimmer im Hotel, ehe es zur Erfrischung erstmal an den Stand und ins Meer. Manche waren das erste Mal am Meer, was zeigt, wie wichtig solche Fahrten neben dem sportlichen Alltag für die Spielerinnen sind, um neues zu Erleben und Erfahrungen zu sammeln.
Am Dienstagmorgen fand die Eröffnungszeremonie im Stadion von Planes statt. Unseren Spielerinnen wurde hier eine besondere Ehre zu teil, denn sie durften als erstes Team den Einmarsch der Mannschaften ins Stadion eröffnen. Neben Konfetti-Kanonen, Cheerleadern und einer Ball-Jonglage Einlage war auch das gemeinsame Singen der Teams und eine Laola-Welle um den Platz ein Highlight. Im Anschluss ging es zum ersten Gruppenspiel ins Stadion nach Calella. Von vornherein war das sportliche Abschneiden zweitrangig, da wir uns unserer Außenseiterrolle bewusst waren. Wir hatten nicht nur weniger Erfahrung und spielten in einer niedrigeren Klasse als unsere Gegner, sondern stellten auch das mit Abstand jüngste Team. Gegen den ESV München (Meister der Oberliga Bayern) starteten wir etwas verschlafen, aber hielten bis zur Pause gut dagegen. Dann machten sich Erfahrung und Spielklasse bemerkt und wir mussten uns mit 0:5 geschlagen geben. Die Verschnaufpause im Hotel wurde zu Regenerationszwecken am Pool verbracht, ehe es um 19 Uhr Richtung Barcelona ging. In einem Vorort spielten wir gegen die „Equipe Barcelona“, die sich im Nachgang als Juniorinnenmannschaft des FC Barcelona entpuppte, was wir schon beim WarmUp vermutet hatten, als diese als einzige Übung den Ball im Kreis hoch hielten und das nicht unter 15 Kontakten. Schnell zeigten sie auch im Spiel den deutlichen Klassenunterschied. Auch ein paar sehr feine Kombinationen gab es zu bestaunen, bei denen wir wie Statisten wirkten. Doch Schicksal teilten wir mit dem direkt nachfolgenden Team aus Oberensingen, welches wie wir mit 0:7 und sehr leichtfüßig besiegt wurde. Leider verloren wir nicht nur das Spiel, sondern auch Leonie verletzt – gute Besserung an dieser Stelle.
Am zweiten Tag folgte gleich um 9:30 Uhr das Spiel gegen die stärkste deutsche Mannschaft, den SC Regensburg (Bayernliga mit SpVgg Greuter Fürth, FC Ingolstadt, …). Diese zeigten kein Pardon und schossen uns ohne Stamm-Innenverteidigerin Leonie mit 0:9 aus dem Stadion von Planes. Wir verfolgten die nächsten beiden Spiele mit Fangesängen auf der Tribüne, ehe es zum Abschluss gegen TSV Oberensingen um Platz 4 oder 5 ging. In einem ausgeglichenen Spiel holte jede Spielerin nochmal alle Körner aus sich heraus, um sich erhobenen Hauptes aus dem Turnier zu verabschieden. Am Ende machte eine Bogenlampe zum 0:1 den Unterschied, obwohl es ein klassisches 0:0 oder 1:1 Spiel war. Schade, aber das Trainerduo und die zu den Spielen mitgereisten Fans lobten die Mädels für ihren Kampfgeist. Zum Ausruhen ging es dann an den Strand und in die Shops auf der Strandpromenade.
Den freien Tag am Donnerstag begannen wir mit einem Geburtstagsständchen für Lea am geschmückten Frühstückstisch, ehe es zum Beachsoccer und Baden ging. Mittags fuhren wir zum Fußballgolf. Auf 18 Bahnen konnten die Spielerinnen ihr Ballgefühl an verschiedenen Hindernissen testen. Also auch ohne Spiele ein Tag voller Fußball.
Am Freitag ging es erneut zum Strand, wo dieses Mal Beachvolleyball anstand. Man merkte, dass die Hände nicht das trainierte Spielgerät sind und auch der Ball einfach kein Fußball war. Nach ausgiebigem Baden fuhren wir zu den Finalspielen der C- und B-Juniorinnen. Im Finale trafen sich ESV München und SC Regensburg aus unserer Gruppe. Die „Equipe Barcelona“ war am Donnerstag gegen diese beiden mit einer anderen Mannschaft angetreten, die deutlich schwächer war, sonst wären diese wohl verdiente Finalteilnehmer gewesen. Nach 0:0 setzte sich der ESV München im 11m Schießen mit 4:3 durch und gewann das B-Juniorinnen Turnier. Für uns ging es zurück ins Hotel, wo erst gepackt wurde und anschließend ein gemeinsamer Abend anstand.
Am Samstagmorgen um 10 Uhr ging es zurück in die Heimat. Auf der Busfahrt wurden Erinnerungen der Woche ausgetauscht und auch das ChampionsLeague-Finale angeschaut. Als um 2:30 Uhr am frühen Sonntagmorgen die Eltern ihre Töchter wieder am Bus abholten, waren alle kaputt, aber erzählten von vielen tollen Erlebnissen der vergangenen Woche. Die Reise schweißte das Team zusammen, insgesamt und in kleinen Gruppen und schuf unvergessliche Erinnerungen. Genau das macht das Vereinsleben aus – nicht nur der Ligaspielbetrieb, sondern auch solche Highlights, an welche die Juniorinnen noch in vielen Jahren gerne zurückdenken.
















