Geschichte des TSV Loffenau


Ein neuer Anfang - mit neuem Namen

Totaler Zusammenbruch, Besatzungszeit, Hungersnot und Versammlungsverbot ließen in den ersten Nachkriegsjahren keinen Neubeginn zu. Erst als die Besatzungsmächte wieder die Gründung von Sportvereinen unter ganz bestimmten Bedingungen erlaubten (nur ein Verein in jedem Ort), regte sich auch in unserer Heimat wieder das sportliche Leben. So kam schon am 08.07.1947 der frühere Vorstand mit einigen Interessierten zusammen, um unter den Prämissen der Militärregierung die Neugründung eines Sportvereins in Loffenau vorzubereiten. Es begann ein lang andauernder Papierkrieg, bis endlich am 03.10.1948 der Verein wieder gegründet werden konnte.
Die Militärregierung erteilte folgender Vorstandschaft die Genehmigung zur Gründung eines Sportvereines:
1. Vorstand: Alwin Fritz Schriftführer: Karl Klenk
Kassier: Karl Seeger Sportwart: Karl Volz
Beisitzer: Erich Luft

Die 40 erschienenen Mitglieder wählten in der Gründungsversammlung am 03.10.1948 zum 2. Vorstand: Willy Schweikart.
Zu Turnmitgliedern: Karl Weiß, Alfred Volz, Erwin Adam und Werner Seeger. Auch die von der Besatzungsmacht vorgegebenen Satzungen wurden mehrheitlich anerkannt.

Das neugeborene Kind erhielt auch einen neuen Namen, der die Zeitentwicklung berücksichtigte und zum Ausdruck brachte, dass der Verein sich auch anderen Sportarten öffnen wolle. Der Verein heißt seither Turn- und Sportverein Loffenau 1911 e. V.
Der Verein wurde ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Neuenbürg eingetragen. Ein reges Vereinsleben kam alsbald in Gang. Da der sportlichen Betätigung noch die wesentlichen Grundlagen, nämlich ein Sportplatz und eine Turnhalle fehlten, stürzte man sich ins gesellschaftliche und kulturelle Leben. Weihnachtsfeiern, Kappenabende und Gartenfeste wurden abgehalten. Aber auch die jungen Fußballer ließen sich nicht beirren und übten fleißig auf dem alten Turnplatz. Wenn man sich auch oft ärgerte, dass der Ball bis weit hinunter ins Wiesental rollte, so förderte das doch die Kondition.

Überhaupt begeisterte sich die Jugend jener Zeit vor allem für den Fußball, der weithin einen gewaltigen Aufschwung nahm, weshalb allenthalben Fußballvereine neu entstanden.
Auch in Loffenau war der Drang nach dem Fußballspiel groß und so tummelten sich oft allzu viele auf
dem kleinen Turnplatz.

Bereits am 17. April 1949 (Ostersonntag) bestritt eine Mannschaft des neuen Turn-und Sportvereins ein Freundschaftsspiel gegen die 2. Mannschaft des TV Gräfenhausen. Dass das Spiel 3:2 verloren ging, tat der allgemeinen Begeisterung keinen Abbruch. Sonntag für Sonntag schnürten nun die jungen Fußballer ihre Kickstiefel und spielten in der Umgebung auf den Sportfesten der Nachbarvereine. Bereits im Spieljahr 1949/50 beteiligte sich der TSV mit 2 Mannschaften an den Rundenspielen des Bezirks Baden - Baden. Wenn auch mancher Punkt durch mangelnde Erfahrung verloren ging, so war es doch ein stolzer Erfolg, dass die 1. Mannschaft dieses Spieljahr mit dem 5. Platz unter 12 Vereinen abschloss. Sicher ist dabei erwähnenswert, dass der Südwürttembergische Fußballverband, dem wir ja angehörten, nicht um alles in der Welt wollte, dass wir in Südbaden Fußball spielten. Mancher Brief wurde geschrieben, bis wir uns endlich entschlossen, überhaupt nicht mehr zu fragen und einfach zu spielen.

Ein viel brennenderes Thema war für die jungen Fußballer die Frage, wann und wo es denn nun gelingen würde, einen Sportplatz zu bauen. Da die Begeisterung der Sportler und die Lösung dieses Problem natürlich nicht miteinander Schritt halten konnten, suchte die Vorstandschaft nach einem Sportplatz in der Umgebung. So wurde von der Domänenverwaltung in Baden-Baden der Platz an der Obertsroter Straße gepachtet und von den Spielern hergerichtet. Als im Spieljahr 1950/51 dieser Platz nicht mehr zur Verfügung stand, stellten uns die Sportkameraden aus Hörden kameradschaftlicherweise ihren Platz zur Verfügung. Dafür sind wir ihnen heute noch Dank schuldig.

Indessen beschäftigte sich alles, was in Loffenau Rang und Namen hatte, mit dem Bau eines Sportplatzes. Gemeinderat, Bürgermeister und Vorstandschaft bemühten sich gleichermaßen, den richtigen Standort für diese Anlage zu finden. In fast unzähligen Beratungen und Begehungen gab es wohl kein Gewann in Ortsnähe, das nicht auf seine Tauglichkeit für einen Sportplatz untersucht worden wäre. Da gab es natürlich Schwierigkeiten in Mengen. Da war einmal die topographische Lage, dann waren es die Besitzverhältnisse und die damals noch intensive landwirtschaftliche Nutzung aller Grundstücke, die einer Lösung entgegenstanden. Und manch älterer Bürger stand diesem Verlangen der Jugend verständnislos und ablehnend gegenüber.

Schließlich entschied sich der Gemeinderat für die gemeindeeigenen Wiesen in der Lützelbach. Niemand kann heute bestreiten, dass diese Wahl eine gute war, entstand doch so der Sportplatz in unmittelbarer Ortsnähe und konnte so auch gut von der Jugend und der Schule genutzt werden.
Schon im Spätjahr ließ die Gemeinde den Lützelbach durch das Unternehmen Friedrich Volz verdolen, und im Juni 1950 machten sich die jungen Sportler daran, den Platz einzuebnen. Ein Jahr lang wurde geschaufelt, gebaggert und die Finanzierung gesichert, bis schließlich der neue Sportplatz am 26. August 1951 eingeweiht werden konnte. Er war noch nicht das non plus Ultra, dafür waren zu viele Felsen im Wege, aber die Gemeinde und der Sportverein hatten einen eigenen Sportplatz, und alle waren stolz auf das Geschaffene. Die Männer des Sportvereins mussten noch viele Stunden freiwilliger Arbeit drangeben, und die Gemeinde musste noch viele hunderttausend Mark ausgeben, bis der Sportplatz so war, wie er heute anzuschauen ist. Aber damals in den Jahren 1950/51 wurde der Anfang gemacht und damit ein großer Schritt in die Zukunft getan.
Es war schon ein Volksfest, diese Sportplatzeinweihung am 26. August 1951, und es war für alle Beteiligten ein erhebender Augenblick, als Herr Bgm. Eiermann unserem 1. Vorsitzenden Alwin Fritz den Platz übergab. Eine ganze Reihe von ausgezeichneten Fußballspielen, Kinderbelustigungen und Fußballspiele Prominenter aus der Gemeinde lockten an allen Festtagen Hunderte von Zuschauern an, um dabei zu sein, wenn in Loffenau zum ersten Mal das Spiel um das runde Leder zu sehen war. Viel Staunen und auch Unverständnis für dieses „Gerenne" war aus den Augen und Mündern vieler älterer Menschen abzulesen und zu hören. Aber doch waren alle auch fasziniert von der Lebendigkeit des Spiels und seinen packenden Kampfszenen.

Das Werk war gelungen und nun ging es in den Reihen der Fußballer etwas ruhiger zu. Jahr für Jahr wurde mit zwei Mannschaften an den Rundenspielen mit wechselndem Erfolg in der C-Klasse teilgenommen. Im Jahre 1953 wurde die Leitung von Herrn Oberlehrer Beuerle eine Jugendabteilung gegründet und in der Folgezeit bis zu 5 Mannschaften der verschiedenen Altersgruppen ausgebaut.
Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben war das Fest des 40jährigen Bestehens vom 24. - 26. Mai 1952. Die Stiftung eines Wanderpokals schaffte die Voraussetzungen für spannende Fußballspiele, während des Jubiläumsfestes und der kommenden Jahre. Der Höhepunkt des Festes aber war zweifellos der Festbankettabend am 24. Mai, auf dem unser Festpräsident, Karl Klenk, die Geschichte des Vereins Revue passieren ließ, auf dem viele alte Mitglieder für ihre früheren Leistungen geehrt wurden, und auf dem als Höhepunkt die Gauturnriege des Murgtal-Turngaues ihr reifes Können an allen Geräten demonstrierte und dafür donnernden Applaus erntete.

Leider hatte diese Demonstration turnerischen Könnens nicht ganz die erhoffte Werbewirkung auf unsere jungen Leute. Denn obwohl ab 1954 eine Turn- und Festhalle zur Verfügung stand und rührige Turnwarte wie August Weber, Hermann Zimmermann und Karl Herb die jungen Leute anleiteten, kam es nie zur Bildung einer Turnerriege. Sicher hat die Tatsache, dass man dazu viel üben muss, das Fußballspielen aber viel leichter auszuführen ist, viele davon abgehalten. Auch eine Leichtathletikabteilung hatte sich im Verein etabliert. Leider ist es bis heute noch nicht gelungen, gute Übungs- und Wettkampfstätten für diese Sportart zu schaffen. So mussten die meisten Übungsstunden und alle Wettkämpfe auswärts ausgetragen werden. Das hat der Begeisterung manchen Abbruch getan. Trotzdem haben Loffenauer Leichtathleten in den 50er und 60er Jahren manch stolzen Erfolg errungen und viele Siege nach Loffenau gebracht.

Immer wieder haben vor allem Schüler und Jugendliche die Farben ihres Vereins im Murgtal würdig vertreten. Auch Vereinsmeisterschaften und Bundesjugendspiele wurden regelmäßig durchgeführt und gaben neben den Leichtathleten selbst auch den Turnern und Fußballern Gelegenheit sich miteinander zu messen.

Einen besonderen Höhepunkt erlebte die Leichtathletikabteilung anfangs der sechziger Jahre, wo unter der Führung des Abteilungsleiters Manfred Mangler eine schlagkräftige Mannschaft bestand, die in den Rundenkämpfen des Jahres 1962 ungeschlagen Kreismeister wurde.
Namen und Bestleistungen aus jener Zeit spornen vielleicht Jüngere an, es ihnen gleichzutun.

So sah die Mannschaft damals aus:
Gerhard Volz Kugelstoßen 12,48 m Weitsprung 6,20 m
Erwin Möhrmann 100 m 11,2 sec Kugelstoßen 11.50 m
Kurt Schweikart 1500 m 4:28 min 3 000 m 9:22 min
Manfred Mangler 100 m 11,3 sec
Weitsprung 6,40 m
Zur Mannschaft gehörten auch:
Erich Beck
Berthold Streeb
Kurt Volz
Rudi Beck
Bruno Beck

Die 4 x 100 m Staffel erzielte in der Besetzung Gerhard Volz, Erwin Möhrmann, Kurt Schweikart, Manfred Mangler eine Zeit von 46,0 sec.

Es ist nun einmal so, dass ein Verein immer wieder mit neuen Problemen und Aufgaben konfrontiert wird. So musste auch im Lauf der Jahre das Problem der Nachwuchsförderung gelöst werden. Auch der Trainings- und Spielbetrieb der Aktiven verlangten nach Fachleuten, und so besorgte sich die Abteilung Fußball ab 1956 immer wieder Trainer von auswärts, die den Übungs- und Wettkampfbetrieb leiteten. Vor allem zwei Aufgaben waren es, die in den nächsten Jahren zu lösen waren. Das waren einmal die Umkleidemöglichkeiten auf dem Sportplatz und die Trainingsmöglichkeiten in den Abendstunden und im Winter. Durch den Bau der Turn- und Festhalle durch die Gemeinde war dieses Problem weitgehend gelöst. Da die Halle aber nur bedingt zum Fußballspielen geeignet war, und Hallentraining nie das Training im Freien ersetzen kann, galt es eine Trainingsbeleuchtung auf dem Sportplatz zu schützen. Wir haben das schließlich im Jahre 1966 dank der Handwerker und Fachleute in unserem Verein geschafft, nur die Materialkosten standen zu Buche.
Ein größeres Problem war schon die Schaffung der Umkleideräume, kurz des Vereinsheims. Schon in der Generalversammlung 1955 befasste man sich mit dieser Aufgabe. Sie hat viel Zeit und finanzielles Engagement des Vereins erfordert.
So beschloss die Generalversammlung des Jahres 1958, den Vereinsbeitrag auf die Dauer von zwei Jahren auf DM 12,- im Jahr festzusetzen, damit Mittel für das Vorhaben angesammelt werden konnten. Nach Verhandlungen mit der Gemeinde wegen des Standortes, Planungen und Zustimmung der Behörden, Erlangung von Zuschüssen aus Totomitteln und bei der Gemeinde, konnte im Jahr 1961 mit dem Bau begonnen werden. Es gab schon bei den Erdarbeiten und auch später viele Schwierigkeiten, aber nach 2 Jahren war dank des Einsatzes vieler Mitglieder, aktiver und passiver, das Vereinsheim erstellt und konnte am 22.06.1963 in Verbindung mit dem nachgezogenen 50jährigen Stiftungsfest des Gesamtvereins eingeweiht werden. Wir waren alle stolz auf dieses Werk und wurden von vielen Vereinen aus der Nachbarschaft darum beneidet. Schon bald aber hat sich das Sportheim, bedingt durch die Expansion des Spielbetriebes der Fußballer als zu klein erwiesen. Wir haben deshalb in den Jahren 1971/72 das Heim um einen Umkleideraum, einen Sanitäts- und einen Geräteraum erweitert. Die jetzige Form erhielt unser Vereinsheim in den Jahren 1980 und 1981. Wir konnten es am 31.10.1981 seiner Bestimmung übergeben. Es hat uns viel Arbeit und Schweiß gekostet, erfüllt aber nun seine Zwecke und ist, so meinen wir, ein Gebäude, das sich auch neben dem renovierten Sportplatz sehen lassen kann. Alle Helfer haben herzlichen Dank verdient.

Trotz oder vielleicht auch wegen dieser außerordentlichen Inanspruchnahme aller Mitglieder, wuchs die Abteilung Fußball ständig und hatte in ihrer besten Zeit, den 60er und 70er Jahren bis zu 8 Mannschaften im Spielbetrieb. Zurzeit sind es, sicherlich bedingt durch die geburtenschwachen Jahrgänge noch 5 Mannschaften. Besondere sportliche Höhepunkte waren sicher das Vordringen der 1. Mannschaft im Spieljahr 1972/73 ins Viertelfinale des Südbadischen Verbandspokals, wo Siege über VfR Achern (3:0), SV Kuppenheim (2:1), VfB Gaggenau (2:1) und SC Baden-Baden (2:1) gelan-gen, und man erst nach Verlängerung am Deutschen Amateurmeister FC Singen mit 2:3 scheiterte.
Wir sind deshalb stolz darauf, außer dem FC 04 Rastatt alle Vereine unseres Bezirks einmal besiegt zu haben.
Im Spieljahr 1972/73 schaffte der TSV Loffenau auch die Meisterschaft in der A-Klasse (heute Bezirksklasse) und stieg in die II. Amateurliga (heute Landesliga) auf.


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