Geschichte des TSV Loffenau


Die Siegerliste des Volksturnens am 11. Juli 1926 auf dem neuen Sportplatz gibt uns wieder Einblick in die Aktiven der damaligen Zeit. Hier der Protokollauszug: „Die Bedingungen, die von unserem Vorstand und den beiden Preisrichtern Herrn Sax und Herrn Abendschein gestellt wurden, stellten die größten Anforderungen an den Einzelnen. Und so gab es ein hartes Ringen aus dem in der Oberstufe als Sieger hervorgingen:

1. Albert Hecker 105 Punkte 6. Johann Klenk 76 Punkte
2. Willy Adam 97 Punkte 7. Otto Maier 70 Punkte
3. Hermann Maier 92 Punkte 8. Ludwig Hecket 66 Punkte
4. Albert Klenk 85 Punkte 9. Karl Kyre 55 Punkte
5. Hans Volck 83 Punkte
In der Unterstufe;
1. H. Zimmermann 83 Punkte
2. Hermann Klenk 71 Punkte
3. Otto Merkle 69 Punkte
Otto Seeger 69 Punkte
5. Otto Bertsch 64 Punkte
Julius Luft 64 Punkte
7. Alfred Volz 60 Punkte
8. Alfred Luft 59 Punkte
9. Gottlieb Streeb 52 Punkte
10. Eugen Seeger 49 Punkte
11. Otto Mahler 48 Punkte
12. Emil Seeger 46 Punkte
13. Adolf Hecker 38 Punkte

Der Nachmittag wurde zu einem gemütlichen Beisammensein genutzt und dadurch auch die Vereinskasse wieder aufgestockt."
Die Weihe des neuen Turnplatzes geschah am 12. September in Verbindung mit dem Gaujugendturnen des Murgtal-Turngaues. Leider hatte an diesem Tag der Wettergott wenig Einsehen mit den Loffenauern. Ein unheimlicher Gewitterregen verzögerte alles. Aber trotzdem bescheinigt ein Zeitungsbericht den Loffenauern trotz dieser Unbilden eine gute Organisation, und so konnten alle Wettkämpfe doch noch planmäßig durchgerührt werden. Eine Totenehrung durch den Ehrenvorstand, Emil Fieg, ein Festgottesdienst und die Weihe des Turnplatzes durch Herrn Pfarrer Nill, waren herausragende Punkte bei diesem Fest. Jeder Jungturner, der nun in die Reihen der aktiven Turner aufgenommen wurde, erhielt das Turnerband. In der Siegerliste dieser Veranstaltung finden wir auch die Namen folgender Loffenauer: Hermann Zimmermann in der Oberstufe 3 mit 124 Punkten, Eugen Müller 105 Punkte, Emil Merkle 105 Punkte, Willy Luft 101 Punkte, Ludwig Schweikart 93 Punkte, Gustav Mahler 93 Punkte, Adolf Merkle 92 Punkte, Robert Luft 89 Punkte und Otto Hecker 85 Punkte.

Der Montag brachte für die Schüler einen Kinderfestzug, der von den Lehrern Frank und Abendschein organisiert wurde. Auf dem Festplatz wartete auf sie allerhand Kurzweil, wie Sackhüpfen, Wurstschnappen, Kletterbaum und viele andere Spiele.
Als besondere Attraktion dieses Tages gilt bis heute die Wette um den „Kuhreiter". Ich zitiere: „Die Sensation des Tages war die Wette unseres Ehrenvorstandes mit einem hiesigen älteren Bürger, wonach dieser auf seinem Bläß dem Kinderfestzug vom Schulhaus ausgehend durch den ganzen Ort bis auf den Turnplatz voranzureiten hatte. Die Wette um RM 25,- gewann der stolze Ritter. Unser „armer" Ehrenvorstand musste bezahlen und wir hatten das Vergnügen." Als weniger vorteilhaft hatte sich schon beim Gaujugendturnen gezeigt, dass wegen der Entfernung vom Dorf und keiner Unterbringungsmöglichkeit der Geräte die Turner ihre Übungen noch bei der Schule machen mussten. Vielleicht war dies ein Grund dafür, dass in den Folgejahren das „Volkstümliche Turnen" (Leichtathletik) die Oberhand bekam. Sicher war aber auch die Tatsache dafür verantwortlich, daß das Turnen mehr Übung braucht als die Leichtathletik.

In den Folgejahren ging es etwas ruhiger zu. Die Protokolle berichten von vielen Veranstaltungen im Ort und außerhalb, die von den Aktiven des Vereins veranstaltet und besucht wurden. Neue Namen tauchten in den Siegerlisten der nächsten Jahre auf. Willy Luft, Otto Mangler, Willy Kilgus, Norbert Seeger, Ernst Merkle (Gausieger im 3000 m-Lauf), Erwin Volz, Alwin Fritz, Otto Adam, Paul Adam, Willy Rutschmann, Eugen Klenk, Karl Volz und Willi Herb.

Herausragendes, fast schon sensationelles Ereignis war der anlässlich des Waldfestes am 02.07.1929 veranstaltete Grenzlauf. Von der Lautenbacher Straße über die Teufelsmühle, das Axtloh, die Albsägemühle, den Rennbrunnen, den Rosenstein und den Steinbruch führte der Weg auf den Sportplatz. In 1 Std. 40 Minuten kamen die ersten drei Läufer, Eugen Seeger, Alfred Luft und Willy Luft ins Ziel. Dicht dahinter erreichten noch weitere 10 Läufer nur bis zu 18 Minuten später das Ziel. Leider nur andeutungsweise berichtet die Chronik auch von einer Faustballmannschaft, die mit den umliegenden Vereinen die Kräfte maß und viele Siege erzielte. In der Zeit der Wirtschaftskrise hatte es der Verein natürlich schwer, seine Aufgaben zu erfüllen, fehlte doch an allen Ecken und Enden das notwendige Geld. So musste der Turnrat am 25. Oktober 1931 durch Beschluss den Beitrag auf 80 Pfennig und den der Zöglinge auf 40 Pf. pro Quartal senken. Arbeitslose zahlten gar nur 20 Pf. Auch die Weihnachtsfeier konnte aus diesen Gründen nicht durchgeführt werden.

Dem Ferienheim wurde der jährliche Benutzungsbetrag von RM 20,00 auf RM 15,00 ermäßigt.
Einen tiefen Einschnitt ins freie Vereinsleben brachte der 30. Januar 1933. Es ist erschütternd zu lesen, mit welchem Enthusiasmus viele Leute den neuen Weg gingen und wie kritiklos sie an die neue Zeit glaubten. Politische Durchleuchtung der Vereinsführer, Aufnahme eines Arierparagraphen in die Satzung, Gleichschaltung aller sporttreibenden Vereine im Reichsbund für Leibesübungen, Aufstellung von Wehrkampfsportgruppen waren Merkmale dieser neuen Ära. Es fällt heute schwer, die Protokolle dieser Zeit, die voller Nationalismus und Führerhörigkeit stecken, zu lesen oder gar hier anzuführen. Es ist nur zu hoffen, dass sich so etwas nie mehr wiederholen wird.

Gott sei Dank kümmerten sich viele junge Leute wenig um politische Parolen, (Waren deshalb die Versammlungen so schlecht besucht, wie immer wieder geklagt wurde?) und trieben unbekümmert ihren Sport. Leider tritt diese sportliche Aktivität in den Protokollen immer mehr in den Hintergrund zugunsten nationalistischer Parolen und Aufrufe. In diesen Tiraden gehen die sportlichen Ereignisse, wie das 25jährige Stiftungsfest und die Teilnahme am Gausportfest in Karlsruhe im Jahre 1938 völlig unter. Bezeichnend für die Situation in dieser Zeit, war ein Antrag, den der Turner, Karl Weiß, in der Generalversammlung am 22. Mai 1938 stellte. Er beantragte, wieder einmal ein kleines Fest zu veranstalten, damit man sich mit seinen Kameraden wieder einmal messen könne. Vor lauter Parolen und Berichten über Fahnenschwenken gingen all die notwendigen Berichte über Leicht-athletikveranstaltungen und Faustballspiele unter. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges erlosch das Vereinsleben des Turnvereines und erst lange nach Beendigung des Völkerringens wurde ein Neuanfang gemacht.


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