Geschichte des TSV Loffenau


Am 14.03.1921 beschloss die Vorstandschaft die Anschaffung einer Gedenktafel für die gefallenen Mitglieder. 60 Mark zahlten die Eltern der Gefallenen und 505 Mark wurden durch Spenden aufgebracht. Ein stolzes Ergebnis in einer so wirren Zeit. Am 01.08.1921 wurde auch Adolf Stoll zum 1. Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Er erhielt diese Auszeichnung als Gründungsmitglied, als langjähriger Kassier und nicht zuletzt als Hersteller und Spender eines „Lukas", ein beliebtes Spielgerät und Kräftemesser jener Zeit. Einen weiteren Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bilden die Beschaffung einer Vereinsfahne und deren Weihe am 8. Juli 1923. Schon im Jahre 1922 wurde die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen und zum Preis von Mk. 41 500 eine solche bei der Fahnenfabrik Hildesheim bestellt. Die Finanzierung machte einiges Kopfzerbrechen, und so geschah, was 30 Jahre später beim Sportplatzbau wieder geschehen ist: die Turnratsmitglieder bezahlten oder bürgten jeder damals für Mk. 2 800, bis der Verein wieder liquide war. Auch eine Fahnenschleife zum Preis von Mk. 28 675 wurde am 20. Januar 1923 gekauft und mit dem neuen Kassenstand bezahlt. (Sicher hat hier auch die fortschreitende Inflation dabei geholfen.)

Es war ein großes Fest, diese Fahneweihe des Turnvereins Loffenau. 18 Vereine aus dem Ort und der näheren und weiteren Umgebung nahmen daran teil und maßen sich in sportlichen Wettkämpfen. Drei Tage wurde geweiht, gekämpft, gesungen und gefeiert. Festredner aus dem Murgtal, die Prominenz des Turngaus gab sich die Ehre, Festjungfrauen verschönten durch Festsprüche und Vorträge das Fest. Der „Murgtäler" brachte einen großen Artikel über diesen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Und da auch das Wetter hervorragend mitspielte, waren alt und jung zufrieden.
Große Sorgen und Schwierigkeiten brachte der Bevölkerung und damit natürlich auch dem Turnverein die Inflation mit ihrer dauernden Geldentwertung. So musste sich einmal die Vorstandschaft gegen den Vorwurf wehren, sie habe das Geld des Vereins fahrlässig entwerten lassen. Obwohl die Vorstandschaft diesen Vorwurf entkräften konnte, musste eine neue Verwaltung gewählt werden mit Karl Klenk an der Spitze. Einen Eindruck über die damalige Zeit und immer schneller fortschreitende Geldentwertung zeigt die Tatsache, dass der Vereinsbetrag von Quartal zu Quartal neu festgelegt werden musste. So betrug er im 1. Vierteljahr 1923 Mk. 45.00 und Mk. 30.00 (für Zöglinge) und im 3. Vierteljahr 1923 Mk. 1000.00 und Mk. 500.00.

Alle diese Misshelligkeiten konnten aber die Entwicklung des Vereins nicht entscheidend stören, und so hatte der Verein am 11.02.1923 (Generalversammlung) 103 aktive und passive Mitglieder und 13 Zöglinge in seinen Reihen.
Ein Dauerbrenner für jede Vorstandschaft war die Frage, wo der Verein seine Übungs- und Wettkampfstätten haben solle. In unserem Heimatort, wo früher jeder Quadratmeter Boden intensiv genutzt wurde und heiß begehrt war, fiel es natürlich ungeheuer schwer, geeignete Flächen für die Anlage von Übungsplätzen oder Wettkampfstätten zu finden. Wenn auch die Ansprüche der Turner in früheren Jahren geringer waren, so zeigte sich immer wieder, dass dieses Problem nur sehr schwer zu lösen war.

Bei der Gründung und wohl auch bis zum Ersten Weltkrieg genügte der im Schulhof der Volksschule angelegte Turnplatz. Nach dem Krieg stellte die Gemeinde dann den Platz zur Verfügung, der später zur Errichtung des alten Kriegerdenkmals gebraucht wurde und den heute das Autohaus Herb in Besitz hat. Der Verein versuchte mehrmals, das Gelände käuflich zu erwerben, um eine sichere Heimstatt zu haben, aber die Gemeinderäte konnten sich dazu nicht entschließen.

Natürlich war auch immer die Frage, wo denn im Winter trainiert und geübt werden könne. Solange dies nicht möglich war, konnte natürlich niemals ein entsprechender Leistungsstand erreicht werden. Schließlich gab die Gemeinde ihr Einverständnis dazu, dass der Verein mit seinen Aktiven im Winter in einem Schulsaal (oder auch im Gang) üben durfte. Das war schon ein großer Fortschritt, wenn auch bei der großen Zahl von Turnern und Zöglingen natürlich eine fürchterliche Enge herrschte.

Ein Antrag des Vereins auf den Bau einer Turnhalle an die Gemeinde wurde von den Gemeinderäten abschlägig beschieden, und der Verein auf eine spätere, bessere Zeit vertröstet, weil wichtigere Projekte wie Kelter und Sägemühle anstanden. Nun, es dauerte noch bis zum Jahre 1953, bis dieser Wunsch in Erfüllung ging.

Im Jahre 1925 erstellte die Gemeinde auf dem bestehenden Turnplatz ein Kriegerdenkmal. Dadurch hatte der Verein keine Übungsmöglichkeiten mehr, und die Vorstandschaft stand vor der Aufgabe, einen neuen Platz zu finden, damit der Verein seine Aufgabe auch weiterhin erfüllen konnte.
Am 22. März 1925 besichtigte der Turnrat auf dem „Heidenrücken" ein Gelände, auf dem im Vorjahr schon ein Waldfest abgehalten worden war, auf seine eventuelle Tauglichkeit als Turnplatz für den aufstrebenden Verein. Viele Beratungen mit Baufachleuten und Verhandlungen mit der Gemeinde waren notwendig, bis schließlich an den Bau des neuen Turnplatzes gegangen werden konnte.

Das Bauunternehmen Adam hatte zum Akkordpreis von RM 500.- die Einebnung des Platzes übernommen. Aber obwohl viele Erwerbslose zu finanziellen Vergünstigungen beschäftigt werden konnten, reichte das Geld, weil unerwartet viel harter Fels abgetragen werden musste, bei weitem nicht aus. In dieser wirtschaftlich schlechten Zeit war viel Entgegenkommen der Gemeinde und viel Einsatzbereitschaft und Idealismus der Mitglieder notwendig, dass das Werk doch noch gelang. Ein Darlehen von der Gemeinde, eine einmalige Beitragsabgabe von RM 1.- pro Mitglied waren notwendig, um den Turnplatz fertig zu stellen. Schließlich schloss der Verein mit der Gemeinde am 09.09.1925 einen Pachtvertrag ab, der dem Verein zu einem Jahrespreis von RM 5.- den Platz auf unbestimmte Zeit überließ mit der Maßgabe, dass auch die Schule den Platz für den Sportunterricht benutzen dürfe. Schließlich waren insgesamt RM 2.559.25 aufgewendet worden und der Ort war Dank der Tatkraft, der Vereinsmitglieder um eine notwendige Einrichtung reicher geworden.


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