Geschichte des TSV Loffenau


Von dem Vorstand wurden Statuten aufgestellt und dieselben von den Mitgliedern gutgeheißen und unterschrieben. Als Turnwart hat sich liebenswürdigerweise Herr Lehrer Gußmann bereit erklärt diese Funktion unentgeltlich zu übernehmen. Der Verein turnt nun vorerst auf dem Turnplatz des neuen Schulhauses.
z.U. Vorstandschaft: gez. Fieg, Stoll, Kull"

Es war erstaunlich, welche Initiative der junge Verein bald entwickelte. So ist dem Sitzungsprotokoll vom 4. Juni 1911 zu entnehmen, dass der Verein 2 Trommeln anschaffte, der Sonnenwirt hatte drei Schwefelpfeifen gespendet, und die Mitglieder Friedrich Kull, Friedrich Mahler, Karl Bender, Bertsch und Karl Braun sich zu Spielleuten bereit erklärten.

Auch ein auswärtiger Turnwart wurde verpflichtet. Es war dies K. Scherer aus Rotenfels. Er erhielt pro Turnstunde Mk. 2,00. Das war für die damalige Zeit viel Geld. Dies sei hier aufgeführt, um zu zeigen, mit welcher Tatkraft ans Werk gegangen wurde, aber auch deshalb, weil diese Niederschriften uns Aufschluss gegen über die Männer, die man als Gründungsmitglieder bezeichnen kann.
Im Jahr 1912 zählte der Verein bereits 36 Mitglieder. 25 Aktive, 6 Zöglinge (Jugendliche) und 5 Passive. Das Vereinsvermögen betrug Mk. 268,27.

Der Verein beteiligte sich im nächsten Jahr am Gauturnfest in Gernsbach, bei der Fahnenweihe in Obertsrot, sowie beim Gartenfest in Staufenberg. Auch wurde schon im gleichen Jahr eine wohlgelungene Weihnachtsfeier im Gemeindehaus abgehalten.
Der junge Verein hatte auch weiterhin ein reges Vereinsleben zu verzeichnen und besuchte in der Folgezeit zahlreiche Veranstaltungen in der näheren Umgebung. Der Höhepunkt in dieser Zeit war wohl die Teilnahme am Gauturnfest in Gaggenau, das am 10. August 1913 stattfand. Der Verein nahm mit 13 Turnern daran teil und errang mit 54 Punkten einen ersten Preis.
Im gleichen Jahr wurde der Vereinsbeitrag bei der Generalversammlung am 2. Februar 1913 auf monatlich 30 Pf. festgesetzt. Außerdem wurde beschlossen, 200 Mark des Vermögens bei der Bezirkssparkasse in Gernsbach anzulegen. Mit dem Bericht über die Generalversammlung am 08. Februar 1914 enden die Aufzeichnungen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Während dieser Zeit war, eine Weiterführung des Turnbetriebes selbstverständlich nicht möglich.

Auf ein Neues: FRISCH, FROMM, FRÖHLICH, FREI

Dieser Wahlspruch Jahns hatte auch nach dem Weltkrieg noch Gültigkeit für die deutsche Turnerschaft, und am 1. August 1919 nahm auch der Turnverein Loffenau seine Arbeit wieder auf. Wohl hatte das Völkerringen 5 Aktiven und einem Passiven den Tod gebracht, ein herber Verlust für den Verein, aber mit neuer Kraft machte man sich an die Arbeit. Erfreulicherweise stand die alte Vorstandschaft wieder zur Verfügung, und so war der Verein in besten Händen. Am 18. Januarl920 war die erste Generalversammlung nach dem Kriege, die im Wesentlichen die alte Vorstandschaft bestätigte. Das Vereinsvermögen betrug an diesem Tage Mk. 358.54.
Gerüchte, Meinungsäußerungen einiger Mitglieder, vielleicht auch Aufmucken der Jungen gegen die Alten machten eine außerordentliche Versammlung am 31. Januar 1920 notwendig. Es gelang in ihr, die aufgetretenen Probleme zu lösen. Allerdings wurde der Beschluss der Generalversammlung, auf die Wahl eines Turnrates neben der Vorstandschaft zu verzichten, aufgehoben und ein Turnrat mit fünf Mitgliedern gewählt.

Meist werden ja in einem Verein solche Vorkommnisse schamhaft verschwiegen. Ich finde das falsch, sind sie doch oft ein Zeichen dafür, dass es in diesem Verein viele engagierte Mitglieder gibt. Und welcher Verein hat sie nicht nötig?
Eine Theaterveranstaltung am 1. Mai, ein Ausflug über Kaltenbronn - Wildbad - Dobel - Loffenau am 23. Mai, die Teilnahme an der Fahnenweihe in Weisenbach, die Beteiligung mit 20 Turnern beim Gauturnfest in Gaggenau am 8. August 1920 mit einem 1. Preis in der II. Gauklasse, die Teilnahme am Preisturnen in Bischweier mit 5 Mann mit einem ersten Preis im volkstümlichen Wettkampf (Leichtathletik) und die Durchführung eines Gartenfestes am 3. Oktober 1920, verbunden mit einem Preisturnen geben eindringliche Auskunft über die vielfachen Aktivitäten der jungen Leute und des Vereins in dieser Zeit. Die Siegerliste dieser letzten Veranstaltung mag einen Einblick geben über die Aktiven der damaligen Zeit und manchen jungen Leuten Nachricht geben über die sportlichen Fähigkeiten und Aktivitäten ihrer Eltern und Großeltern.

Es erhielten folgende Turner der Oberstufe einen 1. Preis mit Diplom:
Streeb, Emil Klenk, Karl
Beck, Gustav Herb, Gustav
Maier, Herrmann Bertsch, Karl
Möhrmann, Karl I Streeb, Gustav
Merkle, Jakob Grimm, Gottlieb
Stickel, Karl

in der Unterstufe gab es nachfolgende Platzierung:
1. Treiber, Emil 2. Merkle, Gottlob
3. Streeb, Julius 4. Mahler, Albert
5. Möhrmann, Karl II 6. Hecker, Herrmann
7. Möhrmann, Otto 8. Mangler, Gottfried
9. Mangler, Karl 10. Grimm, Herrmann
11.Grimm, Karl 12. Grimm, Wilhelm
Auch die Zöglinge nahmen teil und wurden ausgezeichnet:
Möhrmann, Friedrich Mangler, Karl Zimmermann, Karl
Hecker, Ludwig Luft, Albert Seeger, Albert
Hecker, Albert Kyre, Karl Mahler, Gottlieb
Kyre, Wilhelm Luft, Karl Merkle, Gottlieb II
Grimm, Albert

„Das Fest ist mit voller Befriedigung aller Mitglieder sehr schön verlaufen." Gibt es ein besseres Kompliment für einen Verein?
In der Generalversammlung am 23. Januar wurde durch den Rücktritt des seitherigen Vorsitzenden Emil Fieg, der zum Ehrenvorstand ernannt wurde, ein Generationswechsel eingeläutet. Nachfolger wurde Karl Bender. Auch die anderen Funktionen wurden meist mit jüngeren Leuten besetzt.


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