Geschichte des TSV Loffenau

loffenauwappen"In Rot eine erniedrigte silberne (weiße) Triangel, belegt (behaftet) mit einem nach rechts gekehrten goldenen  (gelben) Abtstab". So lautet die Beschreibung des Wappens unserer Heimatgemeinde. „I bin d'r Bua vom Laufbachtal . . .“ So schallt es immer wieder aus vollen Kehlen, wenn Vereine oder Sippen feiernd zusammensitzen. Da kommt der ganz trotzige Stolz des Loffenauers über seine Heimat zum Ausdruck. Er ist berechtigt, dieser Stolz. Denn ruhig eingebettet in den Talauen des Igelbachs und des Laufbachs, welch letzterer ja unserem Ort den Namen gab, umgeben von den bis zu 910 m hohen Bergen (Teufelsmühle), ist er ein Kleinod des Murgtals und des Nördlichen Schwarzwaldes.
Er hat ihn aber auch gebraucht, diesen Stolz aufweine Heimat. Er ist in ihm gewachsen über Jahrhunderte hinweg, in denen Loffenau Zankapfel geistlicher und weltlicher Herren war, wo er von allen Seiten gepiesackt wurde, wo die politischen Verhältnisse ihn isolierten von seinem natürlichen Lebensraum, dem Murgtal, weil die politischen Machtverhältnisse im Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit Loffenau den Württembergern zugeschlagen hatten.

Dieser Umstand, einmal die geographische Lage und zum andern die politische und wirtschaftliche Isolation, ist sicher schuld daran, dass der Lebensraum für die Loffenauer sehr begrenzt war, und daß harte Arbeit und steter Fleiß notwendig waren, dem Wald und der Feldflur den Unterhalt für die Familie abzuringen. Seine Erfahrungen haben ihn auch misstrauisch und vorsichtig gemacht allem Fremden gegenüber, so dass er dort als verschlossen, als hinterwäldlerisch galt.

Eigentlich erst die beginnende Industrialisierung, die verkehrsmäßige Erschließung unserer Heimat und das Fallen willkürlicher Zollschranken im 19. Jahrhundert haben diese Isolation nach und nach beendet.

Aber noch lange hat es gedauert, das Image der Loffenauer im Murgtal und bei den badischen Nachbarn aufzumöbeln. Ja, auch noch bis in die jüngste Zeit werden wir von ihnen manchmal liebevoll spöttisch, manchmal aber auch bitter ironisch „Schwaben", oder gar „Sauschwaben" genannt. Ja, auch die „Klemmer" waren als fleißige, immer rührige und wehrhafte Wesen unseren Nachbarn nicht immer geheuer.
Seit aber der Herr Landrat des Kreises Rastatt unseren Heimatort anlässlich einer Feierstunde in Loffenau als „eine funkelnde Perle im Kleide des Landkreises" bezeichnet hat, können wir uns wohl als voll aufgenommen und anerkannt betrachten.

Aus einem Ort rein bäuerlicher und waldwirtschaftlicher Struktur mit Bauern, Holzfällern, Fuhrleuten, Sägemüllern, Köhlern, Seifensiedern, Pottaschesiedern und Zunderern, ist eine moderne Arbeiterwohngemeinde geworden. Kein rein landwirtschaftlicher Betrieb mehr und nur noch wenige Nebenerwerbslandwirte sind zu finden. Einige ansässige Unternehmen des Handwerks und des Handels bieten nicht genügend Arbeitsplätze, so dass die meisten Erwerbstätigen als Pendler in den Orten des Murgtals, ja bis nach Karlsruhe hinunter ihre Arbeit finden. Württembergisches Erbrecht hat eine Kleinparzellierung der Feldflur gebracht. Das hat zusammen mit der topographischen Lage und der Bodenbeschaffenheit dazu geführt, dass Ackerbau oder Viehzucht nicht mehr rationell betrieben werden können. So hat wohl heute fast jede Loffenauer Familie ihren Garten, aber sonst sehen wir uns einer Versteppung der Landschaft gegenüber, deren Verhinderung den Einzelnen viel Geld oder Zeit kostet und den Verantwortlichen viel Sorge bereitet. Auch die Sonderkulturen des Erdbeeranbaus mussten der leichteren Anbauweise in der Ebene weichen.

Rührig und einfallsreich, was die Erschließung neuer Geldquellen betrifft, haben die Loffenauer schon bald die günstige Lage an der Bäderstraße Baden-Baden - Bad Herrenalb - Wildbad, sowie die reizvolle Lage mit den ausgedehnten Wäldern und dem milden Klima dazu benutzt, aus Loffenau einen gern besuchten Fremdenverkehrsort zu machen. Besonders in den letzten zehn Jahren haben gemeinsame Anstrengungen von Bürgern, dem Obst- und Gartenbauverein mit ihrem Vorsitzenden, Karl Mangler, dem Verkehrsverein und nicht zuletzt der Gemeinde durch gezielte Ausbaumaßnahmen, Unterstützung und die Errichtung eines Verkehrsamtes unter fachmännischer Leitung einen gewaltigen Aufschwung im Fremdenverkehr gebracht. Rund 500 Betten und ca. 70000 jährliche Übernachtungen sprechen eine deutliche Sprache. Stolz sind wir alle über unsere Erfolge im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden". 2 Goldmedaillen, 1 Silbermedaille und 1 Sonderpreis konnten wir erringen. Infrastrukturelle Errichtungen, herrlich erhaltene Fachwerkhäuser, stille, verträumte Winkel, aber auch modern gestaltete Wohngebiete, laden in Loffenau zum Bleiben ein.

Mit besonderem Stolz betrachten wir Loffenauer unseren Wald. Mit 1361 Hektar Waldfläche gehören wir zu den größten Waldbesitzern der Umgebung. 7500 Festmeter Holz aller Einschlagsklassen kann die Gemeinde jährlich „ernten". Mit dem Erlös dieser Holzernte konnte manche notwendige Einrichtung schneller geschaffen werden. Der Wald war also immer eine Sparkasse für die Gemeinde. Leider haben vermehrte Importe, Sturmschäden in anderen Landesteilen, allgemeines Sinken der Holzpreise und natürlich auch das „Waldsterben" die Situation für die Gemeinde erheblich verschlechtert, so dass der Wald zur Zeit unserer, auch finanziellen Hilfe bedarf.
Wir sind aber fest davon überzeugt und bereit alles zu tun, dass sich die Verhältnisse bald wieder bessern, dass durch bewusstes Umweltverhalten des Einzelnen und der Konzerne unser Wald erhalten werden kann, und er seine Funktionen als Holzlieferant, als Wasserspeicher, als Lufterneuerer, auch weiterhin ausüben kann.

Im Jubeljahr zählt unsere Gemeinde 2402 Einwohner. Am Ort besteht eine Grundschule mit 4 Klassen. Alle weiterführenden Schulen, einschließlich der Beruflichen Schulen befinden sich in Gernsbach, Gaggenau oder Rastatt. Ein evangelischer Kindergarten betreut die Kinder ab drei Jahren.
Reges religiöses Leben, aber auch eine gewisse Eigenbrödlerei, zeigt die Tatsache an, dass es in unserem Ort 5 Religionsgemeinschaften gibt.

So bestehen in Loffenau:
1 evangelische Gemeinde
1 neuapostolische Gemeinde
1 Gemeinde der Zeugen Jehovas
1 römisch-katholische Gemeinde
1 evang.-methodistische Gemeinde

 Von regem kulturellem und sportlichem Leben zeugen die bestehenden zehn Vereine neben einer Freiwilligen Feuerwehr.
Männergesangverein „Liederkranz" Loffenau (Vors. Wilhelm Dietz)
Musikverein Loffenau (Vors. komm. Alfred Reule)
Evang. Kirchenchor Loffenau (Vors. Heinz Volz)
Trachtenverein Loffenau (Vors. Friedrich Kübler)
Reit- und Fahrverein Loffenau (Vors. Gerhard Merkle)
Tennisclub Loffenau (Vors. Georg Lamparth)
Drachenflugclub Loffenau (Vors. Eberhard Baumer)
Verkehrsverein Loffenau (Vors. Alfred Mignon)
Obst- und Gartenbauverein Loffenau (Vors. Karl Mangler)
Freiwillige Feuerwehr Loffenau (Komm. Willi Barbei)

Es waren schon mehr als 100 Jahre vergangen, seit Turnvater Jahn in Preußen seine Turnschulen gegründet hatte und das Turnen als Mittel völkischer Erneuerung propagierte, als auch in Loffenau die Zeit reif geworden war, einen Turnverein zu gründen und der Jugend die Möglichkeit zu geben, sich in turnerischem Wettkampf gesund zu erhalten und mit anderen die Kräfte zu messen.
Der Sonnenwirt, selbst schon Vorstand des Militärvereins, war es, der die Initiative ergriff und zur Gründung eines Turnvereins in Loffenau aufrief. Hier das Gründungsprotokoll:
„Auf Veranlassung des Militärvereinsvorstandes Emil Flieg zur Sonne, wurde am hiesigen Ort ein Turnverein gegründet, zu dessen sich gleich eine größere Anzahl junger Leute gemeldet haben.

Am 14. April 1911 wurde nun der Verein endgültig gegründet, und wurde von den Anwesenden eine Wahl in geheimer Abstimmung vorgenommen. Als Vorstand wurde einstimmig gewählt Emil Flieg zur Sonne, als Schriftführer Friedrich Kull als Kassier Adolf Stoll, Schmied
Turnräte Friedrich Stoll, Schmied
Gottfried Mahler
Karl Klenk


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